Aufstehen, Frühstücken, Arbeiten, Feierabend, Schlafen - Das Gegenkonzept zur Alltagsroutine – Achtsamkeit!

23. August 2021,      

Achtsamkeit bedeutet, auf eine bestimmte Weise aufmerksam zu sein – bewusst, im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu bewerten. Dieses „Gewahr-sein“ entsteht, wenn wir unsere Aufmerksamkeit absichtlich auf den gegenwärtigen Moment richten: sehen, hören fühlen, schmecken, riechen – ohne zu urteilen. So entdeckt man Neues im Alltag und sorgt gleichzeitig für eine bessere psychische Gesundheit, größere Stressresistenz, höhere Konzentrations- und Leistungsfähigkeit und bewusste Entschleunigung!

„Unser Leben entfaltet sich in einer Folge von Augenblicken. Das Ziel wäre, möglichst viele dieser Augenblicke bewusst zu (er-)leben. Dadurch leben wir im Spektrum unserer Möglichkeiten, vertiefen unser Leben und Erfahren ein höheres Maß an Zufriedenheit, Harmonie und Weisheit.“ 

Was es schwierig macht

Wir merken oftmals nicht, dass wir praktisch ununterbrochen denken. Diese ständige Aneinanderreihung von Gedankenketten lässt uns kaum Zeit, innere Stille zu erfahren. In der buddhistischen Tradition spricht man hier vom „Monkey Mind“, vom Affen-Geist. Der menschliche Geist ist demnach wie ein Affe, der nicht stillsitzen kann und ständig herumrennt.

Was dabei im Gehirn passiert: Default Mode Network (DMN) – Ruhemodus

Wenn wir nichts tun, schaltet unser Hirn auf Ruhemodus. Es handelt sich dabei um eine Werkseinstellung unseres Geistes, in welcher alle Hirnareale in einem lockeren Schwingungszustand miteinander verbunden sind. In diesem Zustand schweifen wir notgedrungen ab, assoziieren, stellen uns Verschiedenes vor, reisen in die Vergangenheit oder in die Zukunft. Forscher*innen sprechen hier vom sogenannten „Mindwandering“ – die Gewohnheit des Geistes, dem gegenwärtigen Augenblick zu entfliehen. Lt. Studien verbringen wir fast die Hälfte unseres Bewusstseins in diesen Zustand des Tagträumens – „Leben im Fiktiven“.

Durch Achtsamkeit unterbrechen wir diesen Zustand der ständigen Aneinanderreihung von Gedankenketten und holen uns zurück in die Gegenwart, in das Hier und Jetzt.

„Denn das ist eben die Eigenschaft der wahren Aufmerksamkeit, dass sie im Augenblick das Nichts zu allem macht.“ Johann Wolfgang von Goethe

Achtsamkeit muss trainiert werden

Dabei braucht aber nicht der Tagesablauf geändert werden. Hier ein paar Tipps:

  • Vor dem Aufstehen, ein paar Minuten auf die eigene Atmung konzentrieren
  • Beim Frühstück die Wärme und den Duft des Kaffees/Tees bewusst wahrnehmen
  • Im Büro bewusst ein paar Minuten den Arbeitsplatz im Detail ansehen, den Stuhl, auf dem man sitzt, spüren und die Schreibtischoberfläche fühlen
  • Vor dem Schlafengehen in sich hineinhorchen und den Tag bewusst reflektieren

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Quellen:

Hölzl, Britta (2015). Achtsamkeit mitten im Leben: Anwendungsgebiete und wissenschaftliche Perspektiven. Verlag O.W.Barth

Zinn-Kabat, Jon (2018). Mindfulness – Gelebte Achtsamkeit: Das 8-Wochen-Übungsprogramm. Junfermann Verlag, Paderborn