Facts rund um Begehungen

3. September 2016,      

Seit 1.1.2000 sind alle Arbeitsstätten

  • von 1 bis 10 Arbeitnehmern mindestens einmal in zwei Kalenderjahren
  • von 11 bis 50 jährlich einer Begehung durch eine Sicherheitsfachkraft und durch einen Arbeitsmediziner (nach Möglichkeit gemeinsam) zu unterziehen. Weitere (anlassbezogene) Begehungen sind nach Erfordernis zu beauftragen.

Der Begriff „Begehung“ umfasst nicht nur die Begehung der Arbeitsstätte (einschließlich aller dazugehörigen Baustellen und auswärtigen Arbeitsstellen) als solche, sondern insbesondere auch die Beratung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, der Sicherheitsvertrauenspersonen und der Belegschaftsorgane sowie gegebenenfalls die Vorlage von Verbesserungsvorschlägen. Diese regelmäßige Betreuung beinhaltet also alle Aspekte von Sicherheit und Gesundheitsschutz, die die Arbeit in der Arbeitsstätte und auf allen dazugehörigen Baustellen und auswärtigen Arbeitsstellen betreffen.

Dauer und Aufwand

In Arbeitsstätten mit nicht mehr als zehn Arbeitnehmern werden rechnerisch durchschnittlich mindestens zwei Stunden für eine umfassende Basisbetreuung anzusetzen sein.
In Arbeitsstätten mit elf bis 20 Arbeitnehmern rechnerisch durchschnittlich vier Stunden und in Arbeitsstätten mit 21 bis 50 Arbeitnehmern rechnerisch durchschnittlich acht Stunden.
Dies sind rechnerische Durchschnittswerte des voraussichtlichen Mindestbedarfes.

Bei Inanspruchnahme eines Präventionszentrum der AUVA (= AUVA sicher) wurde der Beratungsaufwand folgend festgelegt:

Arbeitsstätten

  • mit 1 – 10 MitarbeiterInnen (1 Stunde und 12 Minuten)
  • mit 11 -20 MitarbeiterInnen (1 Stunde und 36 Minuten)
  • mit 21 -50 MitarbeiterInnen (3 Stunden und 12 Minuten)

Das für die Begehung tatsächliche Zeitausmaß wird sich im Einzelfall nach den konkreten Bedürfnissen der jeweiligen Arbeitsstätte, nach der Anzahl der Arbeitnehmer und den dort vorhandenen Unfall- bzw. Gesundheitsgefahren richten müssen.
Aus diesem Grunde können bedarfsorientierte bzw. anlassbezogene Begehungen durchgeführt werden, z.B. infolge von Arbeitsunfällen oder bei berufsbedingten Erkrankungen. Wenn aus einem Anlassfall heraus eine Begehung durchgeführt wird und dabei eine umfassende Prüfung aller Gesichtspunkte von Sicherheit und Gesundheitsschutz erfolgt, gilt diese Begehung gleichzeitig auch als Basisbetreuung.

Die eigentliche Arbeitsplatzbeurteilung wird in Form einer Begehung durchgeführt, d.h. der Arbeitsplatz wird vor Ort mit Hilfe der Checklisten auf Mängel untersucht, wobei alle festgestellten Mängel in ein Protokollblatt eingetragen werden. Bei der Beurteilung wird dieser vorgefundene Ist-Zustand mit einem Ideal-Zustand verglichen.